Neues Messsystem für Radioaktivität in der Umwelt
Presseinformation | 2005-05-17
Auf dem ersten europäischen Katastrophenschutzkongress, der vom 17. bis 18. Mai 2005 in Bonn stattfindet, stellt die Berliner Condat AG das neue Integrierte Mess- und Informations-system für Radioaktivität in der Umwelt (IMIS) gemeinsam mit dem Betreiber, dem Bundesamt für Strahlenschutz, vor. Das von Condat in den vergangenen fünf Jahren erneuerte IT-System nahm im April dieses Jahres seinen produktiven Betrieb auf.
IMIS bewertet und prognostiziert die Radioaktivität in der Umwelt, liefert Informationen zur Frühwarnung und trägt maßgeblich zur Entscheidungsfindung in Notfällen bei. Dafür greift das System auf die Daten bundesweit existierender Messnetze von verschiedenen Behörden zu, wie auf die über 2000 Messstationen des Bundesamtes für Strahlenschutz, die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes, der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie. Dazu kommen Messwerte aus unterschiedlichsten Umweltbereichen, z.B. Lebens- und Futtermittel, Niederschläge, Pflanzen und Boden, die spezialisierte Labors und Messfahrzeuge der Länder liefern.
IMIS empfängt die Daten, wertet sie aus und übermittelt sie in Form von Diagrammen, Karten, Tabellen und Texten elektronisch an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Anwender in den Bundesländern und die beteiligten Bundesbehörden nutzen die Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten von IMIS für ihren eigenen Informationsbedarf. Der Öffentlichkeit stellt das System Lagedarstellungen im Internet unter http://www.bfs.de/ion/imis zur Verfügung.
Die wichtigsten Anforderungen an das neue System waren maximale Verfügbarkeit, hohe Geschwindigkeit, die Bewältigung großer Datenmengen und zuverlässige Datenqualität. Für die Ausfallsicherheit arbeitet IMIS mit einem mehrfach redundanten, räumlich verteilten "High Availability Cluster" von Sun. Selbst wenn im Ereignisfall das Produktivsystem ausfallen sollte, halten die Spiegelsysteme die Verfügbarkeit von IMIS aufrecht. Dank seiner modularen Architektur erreicht das System eine hohe Skalierbarkeit, die die Systemlast bei hohem Datenaufkommen so verteilt, dass die geforderten Antwortzeiten eingehalten werden. Dies ist eine der Kernvoraussetzungen für die verlässliche Bewertung der Lageinformationen, insbesondere in Stresssituationen. Softwareseitig ist IMIS mit Java realisiert.
Wiederverwendbare Komponenten mit offenen Schnittstellen erlauben auf einfache Weise Anpassungen und Ergänzungen, die sich aus den Anforderungen des Notfallschutzes ergeben. Automatisierte Workflows, die eine hochperformante und qualitätsgesicherte Verarbeitung und Verteilung der Daten gewährleisten, lassen sich in Form definierbarer Regeln schnell und flexibel an die aktuelle Situation anpassen. Die integrierten Werkzeuge für die visuelle Datenaufbereitung beinhalten Konfigurations- und Automatisierungsmittel, mit denen die objektive Vergleichbarkeit der Daten jederzeit gewährleistet ist.
Für den internen und externen Datenaustausch unterstützt IMIS zehn Datenformate und zahlreiche Kommunikationsprotokolle wie http, ftp, sftp, Email, aber auch Voice-mail, Fax und SMS über entsprechende Gateways. IMIS sieht den Austausch internationaler Daten bzw. ihrer Auswertungen mit den Frühwarnsystemen europäischer Nachbarländer vor. Bereits heute werden im Routinebetrieb Daten und Informationen mit der EU, den Ostseeanrainerstaaten, mit der Schweiz und mit Frankreich regelmäßig elektronisch ausgetauscht.
"Mit diesem komplexen länderübergreifenden System bauen wir unser IT-Dienst-leistungsangebot für "Frühwarnung und Notfallmanagement" weiter aus. IMIS adressiert die Radioaktivität in der Umwelt. Prinzipiell jedoch kann ein solches System auch alle anderen physikalischen Parameter überwachen, z.B. Temperatur, Lautstärke, seismische Aktivität oder Feinstaubkonzentration. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Anwendungen" erklärt Stefan Wiesner, Vorstand der Condat.
Condat AG
Die Condat AG ist ein Software- und Systemhaus, das E- und M-Business-Lösungen für Unternehmen in Wirtschaft und öffentlichem Dienst entwickelt. Dabei kombiniert das Unternehmen IT-, Internet- und Mobilfunk-Know-how mit dem Wissen um die Geschäftsprozesse der Anwender. So beschleunigen Mobile Applikationen viele Prozesse, die außerhalb des Unternehmens ablaufen. RFID und drahtlose Sensornetzwerke sind dabei Technologien, die Condat für das Tracking von Gütern und Personen sowie für die Überwachung von Grenzwerten und Betriebsparametern einsetzt. In diesem Umfeld bietet Condat auch Lösungen für Frühwarnung und Notfallmanagement. Webbasierte Portale erlauben den sicheren Zugriff auf Informationen und Prozesse innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Condat-Lernportale unterstützen betriebliche Weiterbildung und Wissensmanagement und sind auch mobil erreichbar. Lösungen für Ressourcen- und Servicemanagement automatisieren Unternehmensprozesse und bilden den gesamten Lebenszyklus aller Anlagegüter ab. Schließlich geben Business-Intelligence-Lösungen den Anwendern komfortable Entscheidungshilfen.